Herbstversammlung in Neersen am 1. Oktober 2014

Erster Treff der gut besuchten Herbstversammlung war der Ratssaal im Obergeschoss von Schloss Neersen in Willich. Das heutige Schloss Neersen ist aus einer Burganlage im Tal der Niers aus dem Ende des 11. Jahrhunderts hervorgegangen und wurde zwischen 1661 und 1669 unter den Freiherren von Virmond zur Schlossanlage umgebaut. Nach dem Tod des letzten Reichsgrafen von Virmond, Antonius Franz Friedrich, 1744 wurde  die  Herrlichkeit
 
 
Vereinsversammlung im Ratssaal von Schloss Neersen (alle Fotos: Verf.)
 
Neersen vom Kölner Kurfürsten Maximilian Friedrich als erledigtes Lehen eingezogen. 1802 erwarb der letzte Neersener Amtmann Josef Lenders das Schloss. 1851 richtete der Mönchengladbacher Fabrikant Hüsgen im Schloss eine Wattefabrik und Baumwollspinnerei ein. 1859 brannte das Schloss ab. Der Neersener Unternehmer Gustav Klemme erwarb 1885 die Ruine, stellte 1896 Ost- und Südflügel des Herrenhauses wieder her und nutzte die Anlage als Wohnhaus. Nach dem Krieg wechselten die Eigentümer mehrfach, bis 1971 die Stadt Willich das Gebäude erwarb und es zwischen 1979 und 1981 insgesamt wiederherstellen ließ. Heute dient Schloss Neersen als Sitz des Bürgermeisters der Stadt Willich und der seither mehrfach erweiterte Schlosspark der Bevölkerung zur Erholung.
Der Hausherr, Bürgermeister Josef Heyers, begrüßte die Versammlung und ließ dabei auch sein großes historisches Interesse erkennen. Den ersten Vortrag am Versammlungsort hielt Prof. Dieter Wynands, Direktor des Diözesanarchivs Aachen und Spezialist für das Wallfahrtswesen. Er sprach über „Klein- Jerusalem als Spiegel rheinmaasländischer Wallfahrten“. Die 1660 erbaute in Neersen gelegene Kapelle holte die heiligen Stätten an den Niederrhein. Sie enthält im Untergeschoss (Krypta) eine Nachbildung der Geburtsgrotte von


In der Unterkirche von Klein-Bethlehem

Bethlehem und im oberen Raum eine Nachbildung des Heiligen Grabes in Jerusalem. Der Bau geht auf eine Initiative des Geistlichen Gerhard Vynhofen (1596-1674) zurück. Dem Pilger sollten die ersten und letzten Tage des Gottessohnes vor Augen geführt werden. Vor allem im 17. Und 18. Jahrhundert erfreute sich der Wallfahrtsort am Niederrhein einer großen Beliebtheit. In einem zweiten

 

 

 

Schlossführung mit dem Willicher Stadtarchivar Udo  Holzenthal

Vortrag ging der engagierte Willicher Stadtarchivar Udo Holzenthal auf „Die Herrschaft Neersen“ ein. Dabei band der Redner  das  Adelsgeschlecht  der Virmond ein und konnte immer wieder auf die im Ratssaal hängenden Porträts dieses niederrheinischen Adelsgeschlechts hinweisen.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Hotel Landgut Ramshof standen zwei Führungen auf dem Programm. Udo Holzenthal führte durch Schloss und Park Neersen und die zweite Führung übernahm Brigitte Vander in Klein-Jerusalem. Ein Tagung mit vielen Eindrücken klang aus mit einem Nachmittagskaffee im Landgut Ramshof.

Brühl,
Gisela Fleckenstein

 

 

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